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Börsenweisheiten
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Die Aktien steigen oder fallen immer länger wie du denkst und nicht so lange wie du hoffst. (André Kostolany) |
Worum es auf dieser Seite geht
Um diese Frage zu beantworten möchte ich etwas weiter ausholen.
Ende des letzten Jahrtausends, genauer gesagt es war 1997, hatte ich die 3 großen Herausforderungen im Leben gemeistert. Einen Baum pflanzen, eine Familie gründen und ein Haus bauen, waren erledigt.
Es stellte sich dann aber heraus, dass in der Haushaltskasse doch der eine oder andere Euro übrig blieb. Da ich nun ohnehin gerade auf der Suche nach neuen Herausforderungen war, bot es sich an, dem eigenen Spargroschen etwas mehr Aufmerksamkeit zu widmen.
Ich wurde zu der Zeit mal gefragt, wie ich mir meinen Lebensabend vorstellen würde. Eine Antwort auf die Frage hatte ich damals nicht. aber stelle mir vor in ca. 20 Jahren mit meiner Frau gemeinsam auf unserer Terrasse zu sitzen und gelegentlich die Enkelkinder zu Gast zu haben. Ich möchte vielleicht 2 Mal pro Jahr in Urlaub fahren und mir möglichst keine Gedanken darüber machen müssen, wovon ich das alles bezahlen soll.
Also kam ich zu dem Entschluss, mich mit den mickrigen 2% Zinsen auf dem Sparbuch oder ähnlich lukrativen Geldanlagen meiner Hausbank nicht mehr zufrieden geben zu wollen. Dafür war ich auch bereit ein höheres Risiko einzugehen. Also suchte ich einen Anlageberater auf.
Dieser Besuch wurde mein Schlüsselerlebnis, welches mich darin bestärkte, die Sache lieber selbst in die Hand zu nehmen. Es war die Zeit, als alle Welt mit Neuemissionen reich werden wollte. T-Online, Infineon, um nur 2 prominente Beispiele des damaligen Neuen Marktes zu nennen. Genau derartige Werte und dazu noch die gängigen Fonds des eigenen Hauses wurden mir damals empfohlen (einen davon habe ich heute noch und ob ich es zu Lebzeiten noch erlebe werde ihn im Plus zu sehen bezweifele ich).
Die ersten eigenen Gehversuche waren aber ernüchternd. 2001 zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt gestartet, ohne richtige Strategie mit unterlegener Hard- und Software, um es den Profis zu zeigen, kam es wie es kommen musste. Von dem anfänglichen bescheidenen Kapital, war nach einem Jahr 60% !!! nicht mehr in meinem Besitz.
Also musste eine Strategie her. Ich meldete mich bei verschiedenen Internet Foren an und las das eine oder andere Buch.
Empfehlenswert aus meiner Sicht sind folgende :
- "Investieren statt spekulieren" von Volker Gelfahrt und Max Otte ist erschienen im Econ-Verlag (ISBN 3-430-17284-5)
- "Bilanzen lesen leicht gemacht" von Hans-Jürgen Probst; Wirtschaftsverlag Carl Uebereuther (ISBN 3-7064-0705-1)
- "Technische Analyse der Finanzmärkte" von John J. Murphy, Finanz Buch Verlag (ISBN 3-932114-36-1)
- "The little book that beats the market" von Joel Greenblatt, John Wiley & Sons Inc. (ISBN 0-471-73306-7)
und "last but not least"
- "Geld verdienen mit Benchmark-Investing" von Kenneth Lee aus dem Verlag moderne industrie (ISBN 3-478-36590-2)
Als Fazit kam ich damals zu der Überzeugung, nur der Weg
"Anteile guter Unternehmen preiswert zu kaufen" kann auf Dauer zum Erfolg führen. Was ein gutes Unternehmen auszeichnet und wie man abzuschätzen vermag, ob es auch gerade preiswert ist, kann man in dem ersten Buch auf der Liste von Volker Gelfahrt erfahren.
Das Hauptproblem für mich war indes, dass ich ganz nebenbei noch einen ca. 10 Stundentag im Büro und eine Familie habe. Wie also findet man in der knappen Zeit, die einem noch bleibt, geeignete Unternehmen ?
Da stieß ich auf das Buch von Kenneth Lee "Trouncing the Dow" bzw. "Geld verdienen mit Benchmarkinvesting".
Dieses Verfahren setzte ich zunächst lediglich ein, um nach unterbewerteten Unternehmen zu "screenen" wie es auf Neudeutsch so schön heißt. Mit zunehmender Dauer stellte ich dann aber immer deutlicher fest, dass eine eingehende Analyse der Unternehmen, die beim screenen hängen blieben, die Auswahl der "Kaufkandidaten" einschränkte und sich auf die Depot-Performance eher negativ auswirkte. Oder anders ausgedrückt :
Ein vermeintlich gutes preiswertes Unternehmen hat sich nicht zwangsläufig besser entwickelt als ein schlechtes preiswertes Unternehmen.
So begann ich langsam aber stetig, dem Verhahren eine immer höhere Gewichtung in meinen Anlageentscheidungen einzuräumen.
Von Januar 2006 bis April 2007 führte ich bei Wallstreet Online ein Musterdepot, in welches ich ausschließlich nach den Prinzipien des Benchmarkinvesting ausgewählte Aktien des MidCap400 aufnehme. Seit Oktober 2006 wird dieses Depot parallel auch auf meiner Homepage geführt. Im März 2007 zog die Seite um auf die Domain www.benchmarkinvesting.de. Seit April 2007 wird das Musterdepot bei Wallstreet online daher nicht mehr weiter gepflegt. Updates gibt es seit dem nur noch hier auf den Musterdepot- und den Statistik-Seite(n).
Ich habe zu der, von Kenneth Lee entwickelten, Auswahlmethodik des Benchmarkinvesting hier einige Informationen zusammentragen und versuche das Verfahren vorzustellen. Wer sich intensiver damit beschäftigen möchte, dem sei noch mal das Buch von Kenneth Lee "Trouncing the Dow" bzw. die deutsche Fassung "Geld verdienen mit Benchmark-Investing" empfohlen.
Lesenswert sind in diesem Zusammenhang auch die Artikel und Postings von Lee Lackey in den Boards von The Motley Fool. Um direkt in das Diskussionsboard zu springen ist der folgende Link gedacht (dort Benchmark Investing auswählen). Die Mitgliedschaft bei den Motley Fools erfordert aber eine Registrierung und ist nach einer Testphase von 30 Tagen kostenpflichtig.
Benchmarkinvesting MidCap 400 auf "The Motley Fool"
Und last but not least betreibt Lee Lackey zusammen mit Rick Sandberg auch die Seite www.benchmarkinvesting.com, auf denen man auch jede Menge Informationen und Statistiken vorwiegend zu den Werten des Dow 30 (kostenlos) bzw. des S&P 500 (kostenpflichtig) bekommt.
Auf diesen Seiten hier wird es vorerst ausschließlich um das Benchmarkinvesting gehen, mit dem Ziel, es in Deutschland etwas bekannter zu machen.
Das soll als Einführung zunächst reichen. Nun wünsche ich viel Spass bei durchstöbern dieser Seiten.

